Die Novelle zum Glücksspielgesetz liegt noch immer im Finanzministerium. Und so zittern die Casinos in Österreich weiter vor der Lizenz-Vergabe. Die Logistiker beschäftigen sich mit einer Neuauflage, weil dem illegalen Glücksspiel – also nicht angemeldeten oder nicht erlaubten Automaten – ein Riegel vorgeschoben und Zutrittsbeschränkungen eingeführt werden sollen. Doch die
Casinos Austria, der heimische Quasi-Monopolist, zittern nun, dass womöglich auch andere Bereiche aufgeschnürt und angetastet werden. Die Casinos Austria halten derzeit alle zwölf Konzessionen für das große Glücksspiel. - in ihren – bundesweit verstreuten – Casinos dürfen sie Tischspiele wie
Roulette, Kartenspiele und Automaten anbieten.
Sechs der Lizenzen laufen 2012 aus und müssen dementsprechend neu vergeben werden. 2012 dürfen sich erstmals Unternehmen aus anderen EU-Staaten um eine Lizenz bemühen – nachdem der bisherige Passus, dass sich nur Inlandsunternehmen bewerben dürfen, EU-rechtswidrig ist. Dasselbe gilt für die Lotterie-Lizenz, die ebenfalls 2012 neu vergeben wird. Und daher wissen die Casinos Austria nicht, ob in der Novelle noch immer zwölf Lizenzen vergeben werden, - und ob diese einzeln vergeben werden oder als Paket.
Die zwölf Lizenzen seien noch immer attraktiv und natürlich wünschen sich die Verantwortlichen von den Casinos Austria, auch angesichts der Wirtschaftslage nichts mehr, als dass sich nichts ändert. Denn die Casinos Austria haben noch mit anderen Problemen zu kämpfen, wie mit dem Casinostandort Kleinwalsertal, der jetzt im Winter oft zugeschneit ist und potenzielle Casinogänger lieber zuhause spielen lässt. 2008 haben die Casinos 517 Millionen Euro an Steuern und Abgaben in Österreich entrichtet. Der Betrag ist im Wesentlichen vom Umsatz abhängig, der 2009 krisenbedingt um rund 4 Prozent sinken wird. Wie es auch immer weitergehen wird, - ab 2012 wird sich die Casinolandschaft in Österreich jedenfalls nachhaltig verändern.