Ein bereits unter Präsident Wladimir Putin erlassenes Gesetz, welches schon 2006 durchgesetzt werden sollte und gegen die zunehmende Spielsucht vorgeht, - wird jetzt ab 1. Juli in Kraft treten. Demnach darf in Russland nur noch in Krasnodar am Schwarzen Meer, in Jekaterinburg am Ural, in Wladiwostok am Pazifik und in der Exklave Kaliningrad an der Ostsee offiziell Glücksspiel betrieben werden. Allein in der Hauptstadt Moskau sollen demnach bereits in wenigen Tagen in den 30 Spielkasinos und 516 Automatenhallen die Lichter ausgehen.
Für das Glücksspiel in Russland eine Katastrophe, sind doch die ausgewählten Sondergebiete meist nur mit Helikopter oder unter erschwerten Umständen zu erreichen. In diesen Gebieten ein „zweites Las Vegas“ entstehen zu lassen, - bezweifeln viele Betreiber von
Casinos und Automatenhallen stark. Die Landstriche dort müssen erst noch erschlossen werden, - einzig in Asow würden immerhin Anschlüsse für Strom und Wasser bereitstehen. Dies wird allerdings kaum die anspruchsvollen Gästen und Besucher von Casinos überzeugen sich die mühsame Anreise anzutun. Da die Regierung dennoch das Gesetz durchziehen will und bereits ein hartes Vorgehen gegen illegale Betreiber angekündigt hat, könnte legales Glücksspiel in Russland nun für einige Zeit zum Erliegen, wenn nicht überhaupt zum Stillstand kommen.
Kritiker dieses rigorosen Glücksspielgesetzes warnen indes, dass durch dieses Verbot das Glücksspiel in Russland erst recht in die Illegalität getrieben werde. Viele Casinobetreiber würden entweder nach Kirgisien und Weißrussland auswandern oder sich gleich in den Untergrund zurückziehen. Möglich sei zudem, das Gesetz mit einem privaten Pokerklub zu umgehen, da das Kartenspiel in Russland mittlerweile nicht als Glücksspiel, sondern als Sport gewertet wird. Und dann werden natürlich die online Casinos noch stärker besucht werden, - allerdings haben immer noch viele Bevölkerungsteile in Russland kein Internet und keinen Computer, - sodass es auch hier noch ein starker Wachstum nach oben zu erwarten ist.